Apr
27
2017

TV-Dokumentation: AMIGA – der Sound der DDR

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AMIGA – eine spannende Geschichte, die selbst Geschichte schrieb. Am Montag den 1. Mai 2017 zeigt der MDR um 20:15 Uhr eine zweistündige Dokumentation zum 70. Jubiläum des Schallplattenlabels. AMIGA Schallplatten wünscht einen schönen Fernsehabend!

70 Jahre AMIGA Schallplatten

Das legendäre Plattenlabel feierte in diesem Jahr nicht nur seinen 70. Geburtstag, sondern steht auch für eine turbulente Erfolgsgeschichte in Ost und West, die musikalisch wie wirtschaftlich ihresgleichen sucht. Die Plattenfirma ist Heimat einer eigenen Richtung, dem Ostrock. City, Puhdys, Karat oder Silly wurden zum Sound der DDR, den AMIGA schon damals erfolgreich in den Westen exportierte.

Den wohl größten Coup landete das Label mit Karats „Der Blaue Planet“. Bis 1989 gingen auf der anderen Seite der Mauer fast 480.000 Platten weg. „Wir waren bundesweit bekannt“, resümiert der letzte AMIGA-Chef – Jörg Stempel – „und haben damals die Grundlage gelegt, dass der Ostrock noch heute so populär ist.“

Seit nunmehr 70 Jahren wird auf AMIGA das komplette Repertoire an zeitgenössischer Musik veröffentlicht. Gepresst wurden mehr als 2.500 Alben und 5000 Singles: von Rock- und Popmusik, über Jazz, Schlager, volkstümliche Musik, Liedermacher und Musik für Kinder. Die Bandbreite reichte von Sillys „Bataillon d’Amour“, über „Kleine weiße Friedenstaube“ bis zum Depeche-Mode-Klassiker „Enjoy the Silence“. Denn neben Künstlern der DDR verlegte AMIGA auch heiß begehrte Alben aus dem Westen. Hits von den Beatles, Bob Dylan oder Roger Whitaker erschienen in Lizenz und wurden musikalische Bückware.

Das Monopollabel der DDR, welches zum Volkseigenen Betrieb Deutsche Schallplatten gehörte, war nicht nur ein streng wirtschaftlich geführtes Unternehmen. Es unterstand dem Kulturministerium, subventionierte mit seinen Gewinnen den Kulturbereich und lieferte zugleich eine überragende Qualität. Noch heute schwärmt Peter Schimmelpfennig, einst Musikpromoter im Westen, von der musikalischen wie handwerklichen Perfektion, mit der Künstler, Musiker und Techniker die Alben unter den Bedingungen des realen Sozialismus produzierten.

Die TV-Dokumentation am 1. Mai um 20:15 Uhr

Die Dokumentation ist ein abendfüllendes Zeugnis der populären zeitgenössischen Musikgeschichte der DDR. Sie erzählt Anekdoten hinter den Alben, von Lizenzplatten, deren Auflagen heimlich erhöht worden und spiegelt ein Lebensgefühl wieder, welches AMIGA in Ost und West vermittelte.

Dafür sprach Autorin Heike Sittner mit Uwe Hassbecker und Rüdiger „Ritchie“ Barton (Silly), Ralf Schmidt (Falkenberg), Dirk Zöllner, Jürgen Ehle (Pankow), Jürgen Drews, Angelika Mann, Petra Zieger, Günther Fischer, Frank Schöbel, Dieter „Maschine“ Birr und Dieter „Quaster“ Hertrampf (Puhdys), Jürgen Karney, Helmar Federowski, Christian Flake Lorenz (Feeling B), Peter Schimmelpfennig (ehem. Promoter im Westen) und Jörg Stempel, dem letzten Chef von AMIGA.

Der Trailer zu „AMIGA – der Sound der DDR“

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