Mar
23
2016

Puhdys, Silly, City & Karat: Ihre größten Alben neu als LP

Seit dem Ende der DDR 1989 wurden keine AMIGA Schallplatten mehr produziert. 2016 werden die Alben-Meilensteine von PUHDYS, SILLY, CITY und KARAT nun als Langspielplatte erstmals seit fast 30 Jahren erneut aufgelegt. Eine kleine Sensation für AMIGA und alle Schallplatten-Liebhaber. Die Vinyl-Klassiker der großen vier Ostrock-Legenden hier im Überblick (ab 15. April 2016 erhältlich):

 

 

 


Silly – „Februar“
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Das im Februar 1989 zeitgleich in der DDR und BRD erschienene Album „Februar“ dokumentierte gleich zu Jahresbeginn den Zeitgeist in der damaligen DDR und gilt bis heute als „Soundtrack zur Wende“. Trotz – oder gerade wegen – der kritischen Texte wurde das Album zum letzten „Album des Jahres“ der DDR. Die Unzufriedenheit und Wut einer ganzen Generation spricht aus dieser kraftvollen mit zahlreichen Hits gespickten LP („Verlorne Kinder“, „S.O.S“, „Über ihr taute das Eis“, „Alles wird besser“, „Paradiesvögel“) bei dem erstmals Gerhard Gundermann und Frontfrau Tamara Danz als Texter(in) verantwortlich zeichnen.
Überhaupt war Silly mit der viele Jahre zur Rocklady Nummer 1 gewählten Tamara Danz an der Spitze neben City und Pankow die Band, die im September ‘89 die Petition der Rocker und Liedermacher für mehr Presse- und Reisefreiheit initiierte und diese Bewegung anführte. Die zehn Songs von „Februar“ unterstreichen diese Geisteshaltung und sind zugleich zeitlose Klassiker, die nichts von ihrer Kraft und Relevanz eingebüßt haben.

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Carousel-800x800-City-openCity – „Am Fenster“ (City 1)

Als die LP „Am Fenster“ 1978 erstmals veröffentlicht wurde, war der Titelsong längst in aller Munde. Bereits 1974
komponiert, wurde er von der Band bei Proben-Sessions vervollkommnet und als er 1976 für den Rundfunk aufgenommen wurde, hat sich „Am Fenster“ bei den Hörern schnell durchsetzen können. Als die Single 1977 erschien, wurden aus dem Stand mehr als 100.000 Einheiten verkauft. In den Jahrescharts des DDR-Rundfunks belegte City hinter den bereits etablierten Puhdys Platz 2 und die Single wurde sogar in der BRD veröffentlicht. Beim Hörer-Voting zum besten deutschsprachigen Song des Jahrtausends beim rbb – Jugendsender Fritz belegte City mit „Am Fenster“ Platz 1 – vor Udo Lindenberg, Rio Reiser und Herbert Grönemeyer.
Neben einigen anderen beeindruckenden Kompositionen („Es ist unheimlich heiß“, „Meister aller Klassen“) und dem erfolgreichen, später auch von Max Herre gecoverten Song „Der King vom Prenzlauer Berg“ enthält das Album den Titelsong in einer geradezu epischen Version von über 17 Minuten Länge, der die gesamte B-Seite in Anspruch nimmt und den Kultstatus dieser Schallplatte begründet.

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Karat – „Über sieben Brücken“Carousel-800x800-Karat-open

„Über sieben Brücken“ war der Titelsong einer TV-Gemeinschaftsproduktion DDR/VR Polen, den der KARAT
Keyboarder und Komponist Ulrich „Ed“ Swillms schrieb. Das Album zum Song folgte 1979 und enthielt mit „Albatros“ auch schon das nächste große „Werk“ (Titellänge 8:15 Min.) für die Gruppe. Unter eben diesem Titel wurde das Album bestehend aus den Songs der
Amiga-Karat-LPs 1 +2 dann auch in der BRD veröffentlicht und mit 480.000 verkauften Einheiten zum bestverkauften DDR-Album im Westen. 1980 nahm schließlich Peter Maffay eine Version des Titels auf und sorgte damit für den ersten deutsch-deutschen Hit, besser noch: Beide Versionen platzierten sich in den BRD-Charts in den TOP 15, so dass „Über sieben Brücken“ bis heute einer der bekanntesten deutschen Popsongs überhaupt ist.

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Puhdys – „Das Buch“Carousel-800x800-Puhdys-open

Als 1984 die LP „Das Buch“ von den PUHDYS veröffentlicht wurde, war die 1969 gegründete Band längst
etabliert – sowohl in der Heimat als auch in der BRD. Bis heute verkauften die Puhdys, die zu DDR-Zeiten zwölfmal zur
beliebtesten Rockband des Landes gewählt wurden, über 22 Millionen (!) Tonträger. „Das Buch“ ist ein Meilenstein in der Geschichte der Puhdys und eines der drei erfolgreichsten Alben der Band überhaupt.
Große Aufmerksamkeit brachte ihnen zusätzlich die Querelen um die Benennung des zweiten Titels auf der LP – „Ich will nicht vergessen“. Die Zeile „Denke ich an Deutschland…“ – so sollte der Song ursprünglich heißen – löste in der „Betonkopf-Abteilung“ des Kulturministeriums ungemütliche Diskussionen aus, die den Titel gänzlich vom Album verbannen wollten. Um den Song für die LP zu retten, wurde er umbenannt, durfte trotzdem nicht im Rundfunk gespielt werden, aber avancierte dafür bei den Fans zum gefeierten Hit bei Live-Konzerten.

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